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Haller Salzsieder
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Was sind Sieder?                                                                            

Sieder sind Facharbeiter der früheren Saline, die an den Sudpfannen das Salz produzierten und das Wissen, wie man möglichst kostengünstig hochwertiges Salz gewann, an ihre Nachkommen weitergeben. Bis zum Beginn des 19.Jahrhundert ein Luxusgut -                           weißes Gold.

Was sind Siedrechte ?

Siedrechte sind die Rechte früherer Sieder auf Arbeitsplätze an Sudpfannen für sich und — insoweit die Siedrechte vererbbar waren — ihre Nachkommen in der Saline.

Siedrechte sind keine Eigentumsrechte an der Saline. Die Besitzer solcher Eigentumsrechte (= Siedherren) waren in der Frühzeit der König, Adlige, Klöster und Kirchen. Später kamen die Stadt, die reichen Familien und schließlich die mittlere Beamtenschaft hinzu. Die Eigentumsrechte an der Saline waren frei handelbar. Wenn also ein Verkäufer ein halbes Sieden an einen Käufer veräußerte, wie eine jüngst nach Hall zurückgekehrte Urkunde belegt, so handelt es sich hierbei um solche Eigentumsrechte an der Saline und eine reine Siedherren Angelegenheit. Mit dem Haalamt, den Siedrechten und der Siedensrente hat dies nichts zu tun. Als das Kurfürstentum Württemberg die Saline übernahm, kaufte es die gesamten Eigentumsrechte an der Saline auf. Entsprechend gibt es seit 200 Jahren nur noch einen einzigen Eigentümer der Saline — das Land Württemberg bzw. Baden-Württemberg.

 


Die Fassung des Haalbrunnens von 1590. Im achteckigen Brunnenkasten befand sich das sog. Stüblein. Auf desen Grund, etwa 13 m unter dem Niveau des Haals, trat die Salzquelle zutage (40 g/l).

Wie entstanden die erbfließenden/freieigenen Siedrechte ?

Die Siedherren, die oft nicht in Hall wohnten, benötigten Facharbeiter (Salzsieder), um ihre Eigentumsrechte an der Saline zu realisieren, d.h. Salz zu produzieren. Ursprünglich schlossen sie mit den Siedern wohl auf ein Jahr begrenzte Arbeitsverträge, gemäß denen der Sieder seinem Siedherren eine bestimmte Abgabe entrichtete (ähnlich der Pacht in der Landwirtschaft) und dafür das Recht erhielt, für seinen Siedherren Salz zu produzieren, dies im näheren Umfeld der Stadt zu verkaufen und den verbleibenden Gewinn zu behalten.

Für beide Seiten zeigten sich bald die Vorteile längerfristige, bald lebenslanger Arbeitsverträge. Der Siedherr musste nicht jedes Jahr neu in Hall Arbeiter suchen und konnte mit der jährlichen pachtähnlichen Abgabe sicher rechnen. Der Sieder lebte in der Sicherheit, dass er auch im folgenden Jahr am bisherigen Arbeitsplatz Salz produzieren durfte und sich nicht um den Abschluß eines neuen Arbeitsverhältnisses bemühen musste.

Im Laufe einer etwa 200jährigen Entwicklung erlangten insgesamt 69 Sieder das Recht, ihren Arbeitsplatz in der Saline an ihre Nachkommen zu vererben.  Dieses Vererbungsrecht gilt als ewiges Recht. Neben diesen so genannten erbfließenden Siedrechten entwickelten sich auch die so genannten freieigenen Siedrechte. Deren Besitzer durften ihr Recht auf einen Arbeitsplatz an der Saline nicht nur vererben, verleihen, verpfänden usw. Es gibt nur noch sehr wenige dieser freieigenen Siedrechte, da deren Besitzer sie in Notzeiten, insbesondere während der Hochinflation 1923, an den Staat verkauften.

 


Wie entstand die Siedensrente ?

Als der Staat zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Saline erwarb, musste er feststellen, dass er zwar der Eigentümer der Saline war, aber wenig Einflussmöglichkeiten auf die Zusammensetzung der Belegschaft hatte. Unter Berufung auf ihre ererbten ewigen Siedrechte beanspruchten die Erbsieder ihre traditionellen Arbeitsplätze in der Saline, woraus sich manche Reibereien ergaben. Man einigte sich schließlich 1827 in einem Vergleich darauf, dass die Sieder für sich und ihre Nachkommen auf die Inanspruchnahme ihres ewigen Rechts auf Arbeitsplätze in der Saline verzichteten. Als Entschädigung hierfür erhielten sie und ihre Nachkommen das Recht auf eine ewige Rente, die Siedensrente.

Texte:  Dr. Peter Hubert

                                                               Das Siechenspital verleiht Peter Vogelmann genannt " Botz " 1498  ein Sieden zu Erb.                                                                   Sein Sohn Sebastian Vogelmann, Meister und Pfleger des Haals ist der Stammsieder der Familie Reinold Elbel.


 
     
 
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